"Fawlty Towers": John Cleese in TV-Serie der BBC

Ex-Monty-Python als chaotischer Hotelbesitzer: Comedy vom Feinsten!

25.10.2009 Rainer Innreiter

In der Rolle des Hotelbesitzers Basil Fawlty lässt der ehemalige "Monty Python" John Cleese kein Fettnäpfchen aus. Die zum Brüllen lustige BBC-Serie ist längst TV-Kult.

Auch nach seinem Ausstieg bei „Monty Python“ blieb der schlaksige John Cleese nicht untätig und machte sich daran, das Drehbuch zu einer neuen TV-Serie namens „Fawlty Towers“ zu verfassen. Ende 1975 war es schließlich soweit: Der britische Sender BBC strahlte die erste Folge „A Touch of Class“ aus – und der Rest ist buchstäblich Fernsehgeschichte.

John Cleese in seiner Paraderolle als Basil Fawlty

Basierend auf persönlichen Erlebnissen in einem denkbar chaotisch geführten Hotel, ersannen John Cleese und seine damalige Frau Connie Booth die Idee zu „Fawlty Towers“. Im Mittelpunkt der von der BBC produzierten Serie stehen vier Personen völlig unterschiedlicher Charakteristiken, als da wären: Der unfähige, snobistische Basil Fawlty, gespielt von John Cleese, dessen zickige Frau Sybil (Prunella Scales), das überaus intelligente und fleißige Zimmermädchen Polly (Connie Booth) sowie der des Englischen kaum mächtige Spanier Manuel (Andrew Sachs).

Comedy mit Lachgarantie im Dutzend

Insgesamt zwölf jeweils halbstündige Folgen, auf zwei Staffeln aufgeteilt, sorgen seit vielen Jahren für Heiterkeitsausbrüche bei Jung und Alt. Das Erfolgsrezept von „Fawlty Towers“ stellen neben den hervorragenden Darstellern die bis ins kleinste Detail ausgefeilten Drehbücher dar, die vor absurden Wendungen, Situationskomik wie auch Anspielungen auf die Alltagskultur nur so wimmeln.

Zudem nutzen sich die Gags im Gegensatz zu vielen anderen Comedy-Serien weder mit fortlaufender Dauer ab, noch sind sie zeitspezifisch und somit für spätere Generationen unverständlich. Kein Wunder also, dass „Fawlty Towers“ seit den 1970er Jahren in dutzenden Ländern immer noch im Einsatz ist und für hohe Einschaltquoten sorgt.

Die berühmte sechste Folge: „Don’t mention the war!“

Besondere Berühmtheit, wie auch Popularität, erlangte die sechste Folge mit dem programmatischen Titel „The Germans“. In jener Episode wird der konservative Fawlty ausgerechnet mit deutschen Gästen in seinem Hotel konfrontiert. Zwar schärft er seiner Belegschaft ein, keinesfalls auf den Zweiten Weltkrieg zu sprechen zu kommen („Don’t mention the war!“). Doch schlussendlich ist er es selbst, der die Deutschen unablässig mit Erinnerungen an den Krieg belästigt, etwa, indem er beim Anpreisen seiner Gerichte anstatt „Hering“ „Göring“ sagt.

Eine unterschwellige Tragikomik liegt übrigens darin, dass Manuel-Darsteller Andrew Sachs gebürtiger Deutscher ist und mit seiner Familie 1938 nach England floh, um dem Nazi-Terror gegen Juden zu entkommen.

Kein „Monty Python's Flying Circus“

Wer sich von „Fawlty Towers“ lediglich die Fortsetzung des aus „Monty Python's Flying Circus“ bekannten Humors erwartet, wird – je nach Sichtweise – enttäuscht bzw. überrascht. Zwar tragen manche Gags den typischen Humor des ebenfalls legendären „Flying Circus“. Aber die jeweils rund 30 Minuten langen Episoden der John-Cleese-Serie sind jeweils in sich abgeschlossen und nicht völlig absurd, wie es dem Grundkonzept von „Monty Python's Flying Circus“ entsprach.

Remake von „Fawlty Towers" scheiterte

Nachdem RTL 1993 mit der praktisch wortgetreuen Adaption der US-Serie „Eine schrecklich nette Familie“ namens „Hilfe, meine Familie spinnt“ einen Achtungserfolg erzielt hatte, versuchte sich der Privatsender an einem Remake von „Fawlty Tower“. Doch entfachte der Pilotfilm „Zum letzten Kliff“ wenig Begeisterung und deshalb wurden die Pläne auf Eis gelegt.

John Cleese in legendären Wutanfällen

Die Ablehnung des Remakes verwundert nicht: Kaum jemand fährt stilvoller aus der Haut als John Cleese. Etwa dann, wenn ihn seine Frau am Montieren eines Elchkopfes an der Wand hindert, indem sie ihn unablässig anruft und fragt, ob er diesen denn endlich angebracht habe.

„Fawlty Towers“ bietet sechs Stunden feinster Unterhaltung, ohne jemals Regionen unterhalb der Taille zu erforschen. Angesichts der erzkonservativen Einstellung Basil Fawltys verständlich. Auch deshalb kann sich die ganze Familie an den Missgeschicken und Schusseligkeiten des leicht versnobten englischen Hotelbesitzers ergötzen, wobei eine Gewissheit stets beim Lachen mitschwingt: Einchecken möchte in ein solches Hotel garantiert niemand …

Originaltitel: „Fawlty Towers“

Episodenanzahl: 12

Produktionsland: Großbritannien

Produktionsjahr: 1975 (Staffel 1), 1979 (Staffel 2)

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