Serienklassiker "Unsere kleine Farm"Die Prärieabenteuer der Familie Ingalls in Walnut Grove
Neun Jahre, neun Staffeln, zweihundertsieben Folgen - die Fernsehserie „Unsere kleine Farm" ist nicht nur Kult, sondern kann auch eine beeindruckende Bilanz vorweisen.
Wundervoller wilder Westen: Statt Schießereien, Skalpierungen und rasanten Verfolgungsjagden auf dem Pferd, gab es in „Unsere kleine Farm“ eher Farmeridylle, romantische Lagerfeueratmosphäre und eine Menge christliche Werte zu sehen. Doch genau das war letztlich der Erfolg der amerikanischen Familienserie, die nicht nur zwischen 1974 und 1983 Familien in über 110 Ländern begeisterte, sondern die inzwischen zu einem wahren TV-Klassiker avanciert ist. Familie Ingalls und die Farm in Walnut GroveIm Mittelpunkt der Serie steht das Leben der Familie Ingalls, die ihre Heimat Anfang der 1880er in den Wäldern Wisconsins verlässt, um in den südlichen Staaten ein neues Leben als Farmer zu beginnen. Nach einigen Turbulenzen in Kansas (Pilotfolge), lässt sich Charles Ingalls (Michael Landon) mit seiner Frau Caroline (Karen Grassle) und den drei Töchtern Mary (Melissa Sue Anderson), Laura (Melissa Gilbert) und Carrie (Lindsay und Sidney Greenbush) in der Nähe des Dorfes Walnut Grove am Plum Creek in Minnesota nieder. In insgesamt zweihundertsieben Folgen, die in neun Staffeln unterteilt sind, geht es primär um das christlich geprägte Leben der Ingalls. Vater Charles ist ein gottesfürchtiger Mensch, der seinen Töchtern – allen voran seinem Liebling Laura, die auch als Erzählerin agiert - gezielt Tugend, Ehrlichkeit sowie Mut und Tapferkeit vermittelt. Im krassen Gegensatz dazu steht die Familie Oleson, denen der Gemischtwarenladen in Walnut Grove gehört. Vater Nels (Richard Bull) ist zwar ein herzensguter Mensch, aber mit der Erziehung seiner beiden zickigen und quengelnden Kinder Nellie (Alison Arngrim) und Willie (Jonathan Gilbert) komplett überfordert. Zudem wird ihm das Leben auch noch von seiner keifenden und habgierigen Ehefrau Harriet (Katherine MacGregor) schwer gemacht. Problemthemen in „Unsere kleine Farm“Jede der neun gedrehten Staffeln hat ein paar besondere Folgen, in denen menschliche, soziale oder kulturelle Probleme angesprochen werden, die nicht nur während der Siedlerzeit aktuell waren. Geschwisterliche Eifersucht spielt dabei eine ebenso große Rolle wie etwa das harte Leben von Waisenkindern oder das Überleben in der Wildnis. Doch auch Alkoholabhängigkeit, Drogenkonsum und Rassismus gegen Indianer und Schwarze werden hier als Themen aufgegriffen. Buchreihe von Laura Ingalls Wilder als VorlageNicht alle Geschichten der Serie sind frei erfunden, denn „Unsere kleine Farm“ basiert auf den autobiografischen Kinderbüchern von Laura Ingalls Wilder. Trotzdem hat man sich für die Fernsehproduktion viele Freiheiten genommen. Mary zum Beispiel erblindete im realen Leben tatsächlich, doch hat sie nie geheiratet oder wurde gar schwanger. Auch haben die Ingalls niemals einen Adoptivsohn namens Albert gehabt, der in der TV-Adaption aber ab der 5. Season mit von der Partie ist. Vom Kinderbuch zur FernsehserieDoch wie kommt man überhaupt auf die Idee, aus Kinderbüchern eine TV-Serie zu machen? 1972 verschlang die Tochter des Produzenten Ed Friendly die Geschichten von Laura Ingalls Wilder. Begeistert erzählte sie ihrem Papa davon, der in dem Stoff großes Potenzial fürs Fernsehen erkannte. Er verhandelte neun Monate mit dem Verlag und erwarb letztlich die Rechte. Zudem konnte er Michael Landon für das Projekt interessieren. Landon übernahm dann nicht nur die männliche Hauptrolle, sondern war bei „Unsere kleine Farm“ auch ausführender Produzent, Drehbuchautor und Regisseur. Das Ende von „Unsere kleine Farm“Bereits während der 8. Staffel wollte Michael Landon eigentlich aus der Serie aussteigen und sich einem anderen Projekt zuwenden, doch die Studio-Bosse von NBC wussten das mit einem Knebelvertrag zu verhindern. Landon schrieb die Drehbücher für die 9. Season, die übrigens den Zusatz „A New Beginning“ trägt, derart geschickt, dass seine Figur des Charles Ingalls kaum noch auf dem Bildschirm zu sehen war. Ohne Landon als Publikumsmagnet verlor die Serie immer mehr Zuschauer, weswegen „Unsere kleine Farm“ 1983 dann endgültig eingestellt wurde. Ed Friendly konnte unter das Projekt aber nie einen wirklichen Schlussstrich ziehen. 2004 entwickelte er so zum Beispiel eine Miniserie mit dem gleichnamigen Titel „Unsere kleine Farm“, die sich inhaltlich auf den Piloten des TV-Klassikers bezog. An den Kult des Originals konnte dieses Format allerdings nie heranreichen und blieb weitgehend unbeachtet. Auch in Deutschland, wo die drei Folgen über die Weihnachtsfeiertage 2009 gezeigt wurden, fand das Remake keinen großen Anklang.
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